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FAQ - Frequently Asked Questions

Welches Füllmaterial wird vornehmlich zur Füllung von Zudecken und Kissen verwendet?

Im europäischen Raum werden vornehmlich Federn und Daunen des Wassergeflügels (Gans und Ente) zum Füllen von Bettwaren (Zudecken und Kissen) verwendet.

Was zeichnet Geflügelfedern und –daunen aus?

Daunen und Federn des Wassergeflügels (Gans und Ente) stellen ein hochwertiges und einmaliges Naturprodukt dar, das als Füllmaterial für Zudecken und Kissen und Bekleidung die Eigenschaften Atmungsaktivität, Feuchtetransport und Wärmeisolation bei geringem Gewicht bietet. Diese Vorzüge tragen dazu bei, dass sich Federn und Daunen z. B. in einer Zudecke gleichmäßig verteilen lassen und bereits kleine Mengen zur Füllung einer Zudecke ausreichen.

Werden die Vögel speziell wegen ihres Federnkleides gezüchtet?

Keine Ente oder keine Gans wird zu dem alleinigen Zweck gezüchtet oder gehalten, um Daunen und Federn zu gewinnen. Das Geflügel wurde von altersher und wird auch immer noch in erster Linie zur menschlichen Ernährung gehalten. Daunen und Federn werden als natürliches Nebenprodukt der Geflügelfleischerzeugung bzw. der Geflügelzüchtung gewonnen.

Wie fällt das Füllmaterial an?

Ca. 98% 1 des weltweiten Aufkommens von Wassergeflügelfedern werden nach dem Schlachten der Tiere als ein Nebenprodukt der Geflügelfleischproduktion gewonnen. Da die Familien immer kleiner werden und der Konsument junges, zartes Geflügelfleisch wünscht, werden die Tiere in der Regel dann geschlachtet, wenn sie in die erste Mauser kommen. Die Gewinnung der Federn und Daunen erfolgt hauptsächlich als Nebenprodukt beim Schlachten.

1 Diese Zahl haben wir aus einer von uns durchgeführten Mitgliederbefragung erhalten.

Wer verarbeitet diese Federn und Daunen?

Die Firmen der Bettfedernindustrie erwerben die Produkte, die aus den Schlachthäusern kommen. Diese bearbeitenden Betriebe der Bettfedernindustrie werden als Wirtschaftszweig „Schlachten von Geflügel - Verarbeitung von Nebenprodukten“ eingeordnet und müssen veterinärbehördlich zugelassen sein.

Welche Firmen vertritt der Verband?

Diejenigen Firmen, die Rohware beziehen, diese hygienisch einwandfrei aufarbeiten (Wasserwäsche, Dampftrocknen – Sterilisieren, sortieren) und zu fertigen Bettwaren weiterverarbeiten.

Gibt es auch noch andere Arten der Gewinnung von Federn und Daunen, z. B. von lebenden Enten und Gänsen?

Die Gewinnung von Daunen und Federn der Ente geschieht unseres Wissens ausschließlich nach dem Schlachtprozess. Entenfedern und –daunen stammen also vom toten Tier.

Bei den Gänsen ist auch eine Federngewinnung durch Mauserrauf möglich. Diese Federngewinnung von lebenden Tieren muss nach klar definierten Regeln erfolgen, (z.B. Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen, Standard zur Haltung von Rupfgänsen und die nationalen Tierschutzgesetze). Wenn eine Federngewinnung vom lebenden Tier erfolgen sollte, dann muss sie sachgemäß vorgenommen werden.

Ist „Mauserrauf“ gleichbedeutend mit „Lebendrupf“?

In der Fachsprache nicht. Der Mauserrauf, der treffender mit „Ernten“ oder „Pflücken“ bezeichnet werden müsste, wird nach bestimmten Regeln jeweils zum Zeitpunkt eines Federwechsels bzw. der Mauser vorgenommen, an dem eine neue Generation von Federn herangereift ist und in der Folge vom Tierkörper abgestoßen wird.

Mit der Mauser sorgt die Natur für das Abstoßen des Federnkleides. Die Spule der Feder steckt sehr locker im Federbalg, weil die Nährstoffversorgung hormonal bedingt unterbrochen wird. Daraus entsteht die Möglichkeit, die Gans ohne Schmerz und bar jeglicher Hautverletzungen zu raufen. In der Fachliteratur wird in diesem Zusammenhang immer wieder hervorgehoben, dass die Sensibilität der Haut beim Geflügel überhaupt geringer ist als beim Säugetier.

Weshalb sprechen alle von „Mauserrauf“ bzw. nur von „Lebendrupf“?

Diese Begriffe haben sich so eingebürgert. Wir verwenden den Begriff „Mauserrauf“ für das Lebendraufen zum Mauserzeitpunkt, sonst würde uns niemand verstehen.

Lebendrupf wird von uns verurteilt und ist untersagt.

Wo und durch wen wurde festgelegt, was Mauserrauf und was Lebendrupf ist? Waren das Sie als Industrie oder vielleicht die Gänsefarmer?

Wie der Mauserrauf (= sachgemäßes Lebendraufen) vorgenommen werden muss, ist geregelt im Europäischen Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen (vgl. Erste Bekanntmachung der deutschen Übersetzung von Empfehlungen des Ständigen Ausschusses des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen vom 7. Februar 2000, veröffentlicht im Bundesanzeiger Jahrgang 52 Nr. 89a, herausgegeben am 11. Mai 2000) und im Standard zum Lebendraufen und zur Haltung von Rupfgänsen.

Wir haben zwar den Anstoß für diese Aktivität gegeben, haben das Thema allerdings an eine Arbeitsgruppe von Spezialisten weitergeleitet, damit es auf einer übergeordneten, europäischen Ebene behandelt wird.

Dieses Übereinkommen verbietet ausdrücklich, dass Nutztiere gequält werden. So darf z. B. die Federgewinnung bei lebenden Gänsen nicht außerhalb der Mauser erfolgen.

Ist Lebendrupf verboten?

Unsachgemäßer Lebendrupf ist verboten. Der Mauserrauf bzw. das sachgemäße Lebendraufen ist nicht verboten, allerdings müssen ganz bestimmte Regeln eingehalten werden, die in einem Standard zum Lebendraufen und zur Haltung von Rupfgänsen niedergeschrieben sind.

Wird die Federgewinnung überwacht?

Seit 13 Jahren engagiert sich die europäische Industrie sehr stark für den Tierschutz auf diesem Gebiet und lässt Farmen in Ungarn durch den TÜV prüfen und überwachen.

Wie kann man Federn und Daunen, die vom lebenden Tier gewonnen werden, von denen unterscheiden, die aus Schlachtrupf stammen?

Für den Fachmann ist es ganz einfach, diese Unterscheidung an der Rohware zu erkennen. Nach der Bearbeitung ist es allerdings nicht mehr möglich. Federn durch Mauserrauf (Lebendraufen) zu gewinnen, ist wesentlich aufwändiger als die Gewinnung von Schlachtware und das durch Mauserrauf gewonnene Material weist einen besonders hohen und ausgeglichenen Reifegrad auf.

Bei welchen Tieren wird eine Federgewinnung am lebenden Tier vorgenommen und weshalb?

Unseres Wissens nicht bei Enten, sondern nur bei denjenigen Gänsen, die gehalten werden, um Eier zu legen und für Nachkommenschaft zu sorgen. Diese Tiere kommen mehrmals jährlich in die Mauser, den hormonell gesteuerten Prozess des Gefiederwechsels. Der Mauserrauf wurde in vergangener Zeit auch dazu genutzt, Landschaftspflege zu betreiben. Um zu vermeiden, dass eine Herde von z. B. 100 Muttergänsen Federn und Daunen verliert und diese umherfliegen und sich in Büschen, Bäumen, Gebäuden usw. verfangen, wurden die Bauern angehalten Landschaftspflege zu betreiben und das locker sitzende Material abzunehmen. Die Tiere sind das Kapital der Bauern. Eine ordentliche Behandlung sichert Ihnen Einnahmen in der Zukunft. Tierquälerei sichert dem Bauern auf Dauer keine Einnahmen.

Kann der Endverbraucher durch den Kauf von Zudecken, gefüllt mit anderen Füllmaterialien als Daunen und Federn, verhindern, dass Gänse eventuell leiden müssen?

Jeder kann die Zudecke kaufen, die er möchte. Wenn Sie sich entscheiden, keine Daunendecke zu kaufen, wird das jedoch keine Auswirkungen auf das Angebot an Daunen haben. Daunen fallen als Nebenprodukt der Fleischerzeugung zwangsläufig an. Wenn Geflügelfleisch weiterhin in der Gunst von Verbrauchern ganz oben steht, bleibt das Angebot an Daunen unverändert. Die überschüssigen Daunen würden weggeworfen und die Nachfrage und die Preise der Ressourcen zur Herstellung anderer Füllmaterialien könnten steigen.

Wie kann der Endverbraucher – wenn er es denn möchte - beim Kauf einer Zudecke sichergehen, dass die Daunen und Federn nicht vom lebenden Tier gewonnen wurden?

Am fertigen Produkt kann er es nicht erkennen. Jedoch, sind Daunen und Federn, die vom lebenden Tier gewonnen wurden, sind i. d. R. erheblich teurer (höherer Personalaufwand, größere Daunen, größerer Logistikaufwand) als die ohnehin verfügbare Ware aus Schlachtrupf, die rund 98% des Gesamtaufkommens beträgt.

Hätte ein Boykott von Daunenartikeln einen Effekt auf das Angebot?

Unter den gegebenen Bedingungen wäre der Effekt auf die Angebotsmenge wahrscheinlich zu vernachlässigen. Allerdings kann der Endverbraucher durch ein kritisches Hinterfragen der Herkunft der Ware bewirken, dass er genauere Informationen darüber erhält, wie das Material gewonnen wurde.

Warum reagieren Sie nicht auf die jüngsten schrecklichen Berichte in der Presse? Sind Sie gegen Tierschutz?

Unser Verband arbeitet seit 13 Jahren an dem Thema „Tierschutz von Gänsen“. Wir haben bereits zahlreiche Pressestatements verfasst, die im Netz unter www.edfa.eu bzw. www.vdfi.de abgerufen werden können. Wir werden das Thema gern weiter intensivieren. Mehr Tierschutz ist für uns und unsere Produkte von großem Vorteil. Die europäische Bettfedernindustrie hat keine Vorteile dadurch, dass Tiere gequält werden.

Wir sind für eine Zusammenarbeit mit politischen Gremien, Interessenorganisationen, Tierschutzorganisationen sehr offen. Wenn es zu einem „runden Tisch“ aller Beteiligten kommen würde, wären wir zu einer Zusammenarbeit gern bereit.